Der SAP-Konkurrent Salesforce steht nach einem Bericht des Wall Street Journals vor der Übernahme des Datenmanagementsoftware-Anbieter Informatica. Die Informatica-Papiere legen getrieben von den Gerüchten deutlich zu. Doch es gibt ein Problem.
Salesforce hat bereits Slack Technologies für etwa 28 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 und Tableau Software für mehr als 15 Milliarden US-Dollar übernommen. Die fortgeschrittenen Übernahmegespräche mit Informatica, einem Spezialisten für Datenmanagement-Software, dessen Marktkapitalisierung über elf Milliarden US-Dollar beträgt, könnten einen weiteren wichtigen Schritt in dieser Strategie darstellen.
Hürden
Trotz eines starken Kursanstiegs der Informatica-Aktien um 43 Prozent im laufenden Jahr, vorangetrieben durch Spekulationen über die bevorstehende Übernahme, zeichnen sich mögliche Hürden ab. Der diskutierte Übernahmepreis liegt unter dem aktuellen Aktienschlusskurs am Freitag von 38,48 US-Dollar von Informatica. Salesforce selbst verzeichnete im laufenden Jahr einen Aktienanstieg um rund 15 Prozent und eine Marktkapitalisierung von etwa 285 Milliarden US-Dollar. Unter der Leitung von CEO Marc Benioff konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf Rentabilität und operative Verbesserungen, als Reaktion auf Druck von aktivistischen Investoren.
Potenziale der Übernahme
Für Informatica, das Innovationen wie das KI-Tool Claire GPT für Datenmanagement vorantreibt, könnte ein Zusammenschluss mit Salesforce strategisch bedeutsame Vorteile bringen. Nach der Privatisierung im Jahr 2015 durch Permira und dem Canadian Pension Plan Investment Board für 5,3 Milliarden US-Dollar und der Rückkehr an die Börse im Jahr 2021 öffnet eine Akquisition durch Salesforce neue Türen zu Ressourcen und Märkten. Während die Übernahmegespräche weitergehen, bleiben der genaue Preis und die strategischen Auswirkungen auf beide Unternehmen sowie die künftige Entwicklung der Unternehmenssoftwarebranche abzuwarten.
Das macht die Salesforce-Aktie
Die Salesforce-Aktie schloss am Freitag mit einem Minus von 1,6 Prozent bei 294,32 Dollar (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch