Die Versicherungsbranche steht möglicherweise vor der größten finanziellen Herausforderung ihrer Geschichte, ausgelöst durch Verpflichtungen im Zusammenhang mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). LBBW-Versicherungsanalyst Werner Schirmer hält Versicherungsschäden von mehr als 100 Milliarden US-Dollar für möglich. Diese Chemikalien werden von Unternehmen wie 3M und BASF vertrieben, die zahlreichen Klagen gegenüberstehen.
Der US-Mischkonzern 3M hat sich im vergangenen Jahr zu einer Entschädigung von bis zu 12,5 Milliarden Dollar bereit erklärt, nachdem Wasserversorger den Hersteller wegen langfristiger Kontamination des Grundwassers mit PFAS-Chemikalien durch seine Feuerlöschschäume verklagt hatten. Zusätzlich zu diesen Klagen stehen 3M und andere Unternehmen weiteren rechtlichen Herausforderungen gegenüber, sowohl von Privatpersonen wegen gesundheitlicher Schäden als auch im Zusammenhang mit der Schädigung natürlicher Ressourcen. PFAS finden sich in einer Vielzahl von Produkten, was das Potenzial für Verbraucherklagen und entsprechende Entschädigungszahlungen in dreistelliger Milliardenhöhe erhöht.
Versicherer beginnen, Umweltverschmutzung in ihren Policen auszuschließen, was die Abschätzung zukünftiger Schadensersatzforderungen erschwert. Zum Vergleich: Asbest, eine andere Substanz mit langfristigen Gesundheitsfolgen, hat bereits zu Versicherungszahlungen von 100 Milliarden Dollar in den USA geführt. Ähnlich erwartet Schirmer in Bezug auf PFAS umfangreiche Klagen, insbesondere gegen US-Unternehmen, einschließlich des weltgrößten Chemiekonzerns BASF, der mit tausenden Klagen in den USA konfrontiert ist.
Das machen die Chemie-Aktien
Die BASF-Aktie steigt um 0,7 Prozent, während die Papiere von 3M im vorbörslichen US-Handel kaum Regung zeigen und weiter bei 102,63 Dollar notieren.
von Sarina Rosenbusch
Hinweis auf Interessenskonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der alleinigen Gesellschafterin der finanztreff GmbH, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.