Im Vergleich zu dem Rekordjahr 2022 erlebte die Containerreederei Hapag-Lloyd im Jahr 2023 einen spürbaren Rückgang der finanziellen Ergebnisse. Die Prognose für das laufende Jahr wird zudem von der schlechten wirtschaftlichen Situation überschattet. Die Aktie fällt.
Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) fiel von 17,5 Milliarden Euro auf umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro, während der Umsatz sich nahezu auf 17,9 Milliarden Euro halbiert. Dieser Einbruch reflektiert vor allem den starken Rückgang der Frachtpreise, eine direkte Folge der sich wandelnden Marktbedingungen nach dem Ende der pandemiebedingten Hochkonjunktur.
Im Jahr 2022 erreichte Hapag-Lloyd mit einem historisch hohen Gewinn den Gipfel seiner finanziellen Erfolge und schüttete eine Rekorddividende von 63 Euro je Aktie aus. Schon im November wies das Unternehmen auf bevorstehende turbulente Zeiten für die Containerschifffahrtsbranche hin. CEO Rolf Habben Jansen prognostizierte, dass das Angebot die Nachfrage bis ins Jahr 2024 übertreffen wird, was die Notwendigkeit eines „aktiven Kostenmanagements“ unerlässlich mache. Für 2023 will der Vorstand eine Dividende von 9,25 Euro pro Aktie vorschlagen.
Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr 2024 wird sich ein EBITDA in einer Bandbreite von umgerechnet 1,0 bis 3,0 Milliarden Euro und das Konzern-EBIT in einer Bandbreite von minus 1,0 bis 1,0 Milliarden Euro bewegen.
„Wir sind zufriedenstellend in das laufende Geschäftsjahr gestartet, aber das wirtschaftliche und politische Umfeld bleibt – insbesondere auch mit Blick auf die aktuelle Situation rund um das Rote Meer – volatil und herausfordernd. Für 2024 gehen wir deshalb insgesamt von einem Ergebnisrückgang aus“, so Jansen.
Trotz der herausfordernden Marktsituation blickt Hapag-Lloyd mit einer Reihe strategischer Initiativen optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen legt seinen Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und Wachstum im Bereich Terminal & Infrastruktur und strebt eine Verbesserung der Kosteneffizienz und Produktivität durch die „Strategy 2030“ an. Mit dem ehrgeizigen Ziel, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, und dem Vorantreiben der Digitalisierung seiner Containerflotte, positioniert sich das Unternehmen strategisch für langfristigen Erfolg. Ferner plant Hapag-Lloyd eine Expansion in der Linienschifffahrt in Indien und Afrika, um Zugang zu neuen Märkten zu finden.
Das macht die Hapag-Lloyd-Aktie
Die Hapag-Lloyd-Aktie fällt um 1,2 Prozent (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch