Rheinmetall wird am morgigen Donnerstag seine Geschäftszahlen für 2023 vorlegen. Die ersten neun Monate spiegelten bereits einen Auftragsboom wider. Am Mittwoch kommt ein neuer Großauftrag aus Spanien hinzu.
Der jüngste Spanien-Auftrag umfasst die Lieferung von 94.200 Artilleriegeschossen mit einem Gesamtwert von 208 Millionen Euro. Geplant ist die Ausführung zwischen Ende 2024 und Ende 2025. Dies unterstreicht die langjährige Geschäftsbeziehung zwischen dem spanischen Heer und Rheinmetall, welches schon früher Artilleriegeschosse an Spanien lieferte. Die bestellten Artilleriegeschosse zeichnen sich durch hohe Präzision und Reichweite aus, mit Varianten, die bis zu 40 Kilometer beziehungsweise 30 Kilometer weit fliegen können.
Ausblick auf die Zahlen
Bis September des vorangegangenen Jahres verzeichnete das Unternehmen eine Zunahme des Auftragseingangs um rund 130 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 13 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro und das operative Ergebnis verbesserte sich um 17 Prozent auf 387 Millionen Euro.
Für 2023 setzt Rheinmetall ambitionierte Ziele: Ein angestrebter Umsatz von sieben bis 7,6 Milliarden Euro – ohne die Übernahme von Expal, die zusätzlich mehr als 190 Millionen Euro beitragen könnte. Zudem wird eine operative Marge von etwa zwölf Prozent angepeilt, was eine leichte Steigerung zum Vorjahr darstellt.
Die mittelfristige Unternehmensplanung sieht ein jährliches Umsatzwachstum von rund 20 Prozent vor, mit einem erwarteten Umsatz zwischen 8,9 und 9,1 Milliarden Euro für 2023. CEO Armin Papperger strebt ein noch höheres Ziel von zehn Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr und 15 Milliarden Euro innerhalb von zwei Jahren an. Die offizielle Prognose für 2026 liegt bei einem Umsatz zwischen 13 und 14 Milliarden Euro mit einer operativen Marge über 15 Prozent.
Analystenerwartungen
Die Analysten sehen das Umsatzziel für 2023 als ambitioniert, aber erreichbar an, wobei Verzögerungen bei Lieferungen die Prognosen möglicherweise beeinflussen könnten. Ein erwarteter operativer Gewinn von etwa 916 Millionen Euro für das Vorjahr entspräche einer Marge von circa 12,3 Prozent. Die Analystenprognose für den Umsatz in diesem Jahr liegt bei rund 9,6 Milliarden Euro, mit einer Erwartung für 2026 von circa 13,5 Milliarden Euro – diese liegt in der mittleren Spanne der offiziellen Zielvorgabe von Rheinmetall, ist jedoch geringer als vom CEO prognostiziert. Die durchschnittliche Erwartung für die operative Marge für 2026 beträgt 15,6 Prozent.
Das macht die Rheinmetall-Aktie
Die Rheinmetall-Aktie zeigt sich am Mittwoch mit einem Rückgang von rund einem Prozent schwächer (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch