Die Rheinmetall-Aktie hat ihre Kursverluste im weiteren Handelsverlauf am Montag deutlich verringert. Neben der Taurus-Debatte wird der Aktienkurs dabei von den Forderungen des polnischen Präsidenten Andrzej Duda beeinflusst. Dieser will, dass die NATO-Mitglieder künftig mehr Geld für die Verteidigung ausgeben.
Die Debatte um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine stellt einen signifikanten Einflussfaktor auf die Verteidigungsbranche dar. Die Zurückhaltung der deutschen Regierung, speziell die von Bundeskanzler Olaf Scholz und die damit verbundenen politischen Unsicherheiten, könnten kurzfristige Sorgen unter den Aktionären des Verteidigungssektors, insbesondere der Rheinmetall AG, auslösen.
Dieses zögerliche Vorgehen Deutschlands wird durch die Haltung von SPD-Chef Lars Klingbeil verstärkt. Dieser hatte nicht nur das Nein von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Lieferung des Marschflugkörpers Taurus an die Ukraine verteidigt, sondern auch die Forderung nach einem Ringtausch abgelehnt. Stattdessen sollten sich die Europäer laut Klingbeil darauf konzentrieren, endlich mehr Munition zu produzieren und auch an die Ukraine zu liefern.
Polen erhöht Druck auf NATO-Mitglieder
Parallel zu den innenpolitischen Diskussionen in Deutschland hat die jüngste Forderung von Polens Präsident Andrzej Duda, die NATO-Mitglieder zu verpflichten, künftig mindestens drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben, ebenfalls Potenzial, den Markt zu bewegen. Dudas Initiative könnte langfristig eine erhöhte Nachfrage nach Verteidigungsprodukten und -dienstleistungen auslösen, von der auch Unternehmen wie Rheinmetall profitieren dürften. Angesichts der Bedrohung durch Russland und der Notwendigkeit einer verstärkten militärischen Unterstützung der Ukraine könnte diese Erhöhung der Verteidigungsausgaben die globale Sicherheitslage und damit verbundene Investitionen in den Verteidigungssektor beeinflussen.
Das macht die Rheinmetall-Aktie
Die aktuelle Marktreaktion auf die jüngsten politischen Entwicklungen und die Diskussionen um die Taurus-Lieferungen, gepaart mit der Forderung nach erhöhten Militärausgaben durch NATO-Mitglieder, verdeutlicht die Sensitivität des Verteidigungssektors gegenüber geopolitischen Entscheidungen. Nachdem die Rheinmetall-Aktie am Morgen zeitweise knapp fünf Prozent im Minus notierte, stand zuletzt nur noch ein Minus von 0,7 Prozent zu Buche. Damit hat das Papier die Verluste weiter eingedämmt (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri