Die Aktien der Rüstungswerte Rheinmetall und Hensoldt stehen am Montag deutlich unter Druck. Ein wesentlicher Auslöser dafür scheint ein Bericht der Bild-Zeitung über ein „Milliardenloch“ bei der Bundeswehr zu sein. Demzufolge fehlen im kommenden Jahr bis zu sechs Milliarden Euro.
Die Bundeswehr steht laut der Bild vor erheblichen finanziellen Herausforderungen, da ihr Budget bis zu sechs Milliarden Euro unter den benötigten Mitteln liegt. Dieser Mangel an Finanzierung droht die Fähigkeit Deutschlands zu beeinträchtigen, das NATO-Ziel – zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben – zu erreichen. Trotz des Erreichens dieses Ziels im Jahr 2023 durch Nutzung eines Sondervermögens von 100 Milliarden Euro sieht die zukünftige Finanzplanung kritisch aus.
Die CDU hat diese finanzielle Lage als „desaströs“ bezeichnet und warnt vor möglichen gravierenden Konsequenzen. Die Grünen hingegen setzen sich für weitere Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit ein und plädieren für eine Aussetzung oder Reform der Schuldenbremse.
Für das Jahr 2025 sind 52 Milliarden Euro für die Verteidigung eingeplant, wobei 20 Milliarden aus dem Sondervermögen stammen. Ohne eine Budgeterhöhung werden ab 2025 kaum Mittel für neue Waffen oder Investitionen verfügbar sein, was die langfristige Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gefährdet.
Verteidigungsminister Boris Pistorius befindet sich in Verhandlungen mit Finanzminister Christian Lindner über die finanzielle Lage, während Bundeskanzler Olaf Scholz auf der Einhaltung des 2-Prozent-Ziels besteht und Kürzungen im Sozialbereich ablehnt. SPD-Haushaltsexperte Andreas Schwarz unterstreicht die Verpflichtung Deutschlands gegenüber seinen NATO-Verbündeten und fordert eine Erhöhung des Verteidigungsetats ab 2025 ohne Kürzungen im Sozialsektor.
Spezifische finanzielle Herausforderungen beinhalten Mehrkosten für neue Radpanzer, den Umbau des Flugplatzes Büchel, die Stationierung der Bundeswehr in Litauen und neue Eurofighter, die nicht im aktuellen Budgetplan berücksichtigt sind. Zudem müssen bis Mitte April Sparvorschläge der Ministerien vorliegen, bevor das Kabinett Anfang Juli über den Haushaltsentwurf entscheidet.
Das machen die Rüstungsaktien
Die Rheinmetall-Aktie fällt im DAX um 1,8 Prozent, zwischendurch standen Verluste von bis zu knapp fünf Prozent zu Buche. Die Hensoldt-Aktie verlor an der Spitze rund vier Prozent und konnte die Verluste aktuell auf 2,4 Prozent eindämmen (mit Material von dpa-AFX).
von Sarina Rosenbusch