Die Deutsche Bank hat erneut Probleme mit ihrer Konzerntochter, der Postbank. Hintergrund: Nachdem die Postbank zuletzt mit IT-Problemen zu kämpfen hatte, fordert die Gewerkschaft Verdi nun mehr Gehalt für die rund 12.000 Tarifangestellten. Bei den Anlegern kommt diese Nachricht sowie die Streikankündigung gar nicht gut an.
Mit der Ankündigung von Warnstreiks durch die Gewerkschaft Verdi bei der Postbank, einer bedeutenden Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, gelangt die Problemtochter wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Verdi hat für den 6. und 7. März 2024 bundesweite Ausstände in Filialen und Callcentern angekündigt, um eine Gehaltserhöhung von 15,5 Prozent oder mindestens 600 Euro mehr pro Monat für die rund 12.000 Tarifangestellten durchzudrücken. In ähnlicher Weise fordert der Deutsche Bankangestellten-Verband eine Gehaltssteigerung von 14,5 Prozent für die Beschäftigten von Postbank und verbundenen Diensten.
Hunderte Filialen mittelfristig vor dem Aus
Besonders hervorzuheben ist dabei die geplante Schließung von bis zu 250 der 550 Postbank-Filialen bis Mitte 2026 durch die Deutsche Bank. Diese Schließungen könnten kurzfristig mit Umstrukturierungskosten und potenziellem Kundenrückgang verbunden sein, was zusätzlich auf den Aktienkurs drückt.
Das Engagement der Deutsche Bank in der aktuellen Tarifauseinandersetzung, das bisher unter anderem die Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende September 2024 für Tarifmitarbeiter im Bereich der Privatkundenbank in Deutschland vorsieht, signalisiert einen Versuch, die operative Stabilität zu gewährleisten und das Vertrauen der Mitarbeiter und Kunden zu bewahren. Dennoch steht die Bank vor bedeutenden strategischen und operativen Herausforderungen.
Das macht die Deutsche-Bank-Aktie
Der Streikaufruf bei der ohnehin von Technikproblemen belasteten Deutsche-Bank-Tochter Postbank, drückt am Dienstag auf den Aktienkurs der Deutschen Bank. Mit einem Minus von rund 1,3 Prozent sind die Kursgewinne seit Jahresbeginn inzwischen mehr als vollständig aufgezehrt. Nunmehr steht seit dem Jahreswechsel ein Minus von 0,3 Prozent zu Buche (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri