Am Dienstag startete der DAX mit einem leichten Abschlag in den Handelstag. Zum Auftakt gab das Börsenbarometer rund 0,2 Prozent auf 17.682 Punkte nach. Nachdem der deutsche Leitindex am vergangenen Freitag noch ein Rekordhoch bei 17.816 Punkten erreichte, zeichnen sich somit erstmals wieder Gewinnmitnahmen ab. Folgende Themen stehen außerdem im Fokus.
1. US-Börsen atmen durch
Nach der beeindruckenden Rekordrally an den US-Börsen zeigte sich zu Wochenbeginn eine verhaltene Tendenz unter den Marktakteuren. Insbesondere stand der S&P 500 im Fokus, der nahe an seine bisher unerreichte Marke rückte – ein Höhepunkt, untermauert durch die jüngste Einschätzung der Bank of America, die ihr Jahresendziel für den Index auf beeindruckende 5.400 Punkte setzte. Trotz dieser optimistischen Prognose endete der Handelstag für den S&P 500 mit einem marginalen Rückgang um 0,12 Prozent auf 5.130 Zähler, knapp unterhalb der erhofften neuen Bestmarke.
Während der S&P 500 zumindest kurz vor einem neuen Rekordhoch verweilte, präsentierten sich andere wichtige Indizes weniger stark. Der Nasdaq 100, der für seine Technologielastigkeit bekannt ist, verzeichnete einen Verlust von 0,42 Prozent und schloss bei 18.226 Punkten. Der Dow Jones musste ebenfalls einen Rückgang hinnehmen und gab um 0,25 Prozent auf 38.989 Punkte nach. Im Vergleich zum S&P 500, dessen Bestmarke erst jüngst erreicht wurde, liegt die Höchstmarke des Dow Jones bereits einige Tage zurück.
Die Zurückhaltung am Markt reflektiert die gespannte Erwartungshaltung der Anleger im Hinblick auf bevorstehende Ereignisse, welche richtungsweisend für die weitere Entwicklung sein könnten. Im Zentrum des Interesses stehen dabei der anstehende US-Arbeitsmarktbericht sowie die erwarteten Auftritte des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, vor dem US-Kongress. Diese Termine versprechen neue Impulse: Der Fokus wird sich voraussichtlich auf die Einschätzung der geldpolitischen Perspektiven und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Erholung konzentrieren.
2. Durchwachsene Vorgaben aus Asien
Am Dienstag waren die asiatischen Aktienmärkte von gemischten Tendenzen geprägt. Während der Hang Seng in Hongkong prägnante Einbußen verzeichnete, zeigten sich an anderen Handelsplätzen Asiens positive Entwicklungen. Insbesondere in China konnte der CSI 300, der große Unternehmen der Börsen in Schanghai und Shenzhen umfasst, eine leichte Aufwärtsbewegung verbuchen. Demgegenüber standen die Technologiewerte in Hongkong unter Druck, was den Hang Seng um rund 2,5 Prozent fallen ließ. Der japanische Nikkei 225 hingegen, der zuvor eine beeindruckende Serie von Gewinnen hingelegt hatte, erlebte eine leichte Korrektur, konnte sich jedoch über der wichtigen Marke von 40.000 Punkten behaupten.
3. Ölpreise im Aufwind
Unterdessen setzte sich der Abwärtstrend bei den Ölpreisen fort, wobei die Verluste jedoch moderater ausfielen als zum Wochenstart. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai wurde zuletzt mit 82,46 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von 34 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im April sank um 41 Cent auf 78,33 Dollar.
Die Marktteilnehmer richteten ihr Augenmerk verstärkt auf die Nachfrageentwicklung. Zu Beginn des Volkskongresses in Peking gab die chinesische Regierung ihr Ziel für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr mit etwa fünf Prozent an. Zugleich setzte sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ambitionierte Ziele zur Senkung des Energiebedarfs. Angesichts Chinas Stellung als einem der führenden Ölimporteure auf dem globalen Markt rückten diese Pläne besonders in den Fokus der Rohstoffmärkte.
4. Konjunkturdaten
Im Fokus der Anleger stehen heute zudem mehrere Konjunkturdaten. Die Veröffentlichung verschiedener Datensätze aus Japan, China, Europa und den USA steht bevor und könnte entscheidende Impulse für die Performance des DAX liefern.
Von besonderem Interesse sind dabei die Verbraucherpreise aus dem Großraum Tokio, der Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen aus Ländern wie Spanien, Italien und Deutschland sowie Erzeugerpreise in der Eurozone. Auch die Daten zum Dienstleistungssektor der USA, einschließlich des ISM Dienstleistungsindex, werden von Anlegern genau beobachtet. Diese Indikatoren bieten nicht nur Einblicke in die aktuelle Wirtschaftslage, sondern haben auch das Potenzial, die Marktstimmung signifikant zu beeinflussen. Insofern sind die bevorstehenden Veröffentlichungen von großer Bedeutung für die Einschätzung der zukünftigen Geldpolitik der Zentralbanken und die daraus resultierenden Investitionsströme, welche sich direkt auf den DAX auswirken können.
5. Unternehmensnews
Am Morgen haben der Pharmakonzern Bayer sowie der Automobilzulieferer Schaeffler und die VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton ihre Jahreszahlen präsentiert. Dennoch kommen die Papiere aller drei Unternehmen zum Handelsbeginn nicht vom Fleck (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri