Boeing hat Verhandlungen über eine potenzielle Übernahme seines Schlüsselzulieferers Spirit Aerosystems eingeleitet, um auf Produktionsprobleme und Qualitätskontroversen zu reagieren. Die beabsichtigte Transaktion signalisiert eine strategische Schärfung der Produktionsüberwachung und könnte eine Antwort auf jüngste Herausforderungen im Flugzeugbau bieten. Für die Boeing-Aktie geht es abwärts.
Boeing befindet sich in den Frühphasen von Verhandlungen über die mögliche Übernahme von Spirit Aerosystems, einem Schlüsselzulieferer und ehemals hauseigenem Unternehmen, das wesentliche Teile wie Flugzeugrümpfe liefert. Spirit, das seit seiner Ausgliederung im Jahr 2005 und anschließender Börsennotierung einen Großteil seines Geschäfts mit Boeing abwickelt, steht ebenfalls in Überlegungen, sein Werk in Nordirland, das Komponenten für Airbus produziert, zu verkaufen. Diese Entwicklung wird durch Qualitätsprobleme bei Boeings 737-Max-Jets vorangetrieben – zuletzt offenbart durch einen schwerwiegenden Produktionsmangel bei Spirit Aerosystems, der zum Auslieferungsstopp dieses Flugzeugtyps führte.
JPMorgan hält Übernahme für vorteilhaft
Nachdem ein Produktionsmangel bei Spirit Aerosystems die Qualität der 737-Max-Jets gefährdet hat, hat die FAA Untersuchungen der Produktions- und Qualitätskontrollverfahren bei beiden Unternehmen eingeleitet und Boeing angehalten, die Produktion nicht zu steigern. Eine Analyse von JPMorgan sieht in einer möglichen Übernahme eine langfristig strategische Lösung für Boeings aktuelle Herausforderungen, indem sie eine engere Kontrolle über Schlüsselkomponenten erlauben würde. Daher hat die US-Investmentbank die Boeing-Aktie auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 270 Dollar belassen.
Das macht die Boeing-Aktie
Für die Boeing-Aktie, die bereits am vergangenen Freitag rund drei Prozent verloren hat, geht es auch zum Start der neuen Handelswoche am US-Aktienmarkt mit einem Minus von 0,8 Prozent weiter abwärts. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 21 Prozent an Wert verloren (mit Material von dpa-AFX).
von Jan-Paul Fóri